Glossar: D E F

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D

Digital Video (DV)

Digitaler Videostandard für den semiprofessionellen Bereich. Beim DV-Format werden die Videodaten DCT komprimiert und mit einer festen Datenrate von 25 MBit/s aufs Band geschrieben. Dies entspricht einem Kompressionsfaktor von 1:5. Das PAL-Videosignal wird mit 720 Zeilen in 4:2:0 kodiert. Das Audio-Signal wird bei 2 Kanälen mit 16 Bit und 48 kHz oder bei 4 Kanälen mit 12 Bit und 32 kHz kodiert. DV-Kassetten können auch einen IC-Chip enthalten, auf denen wiederum spezielle Daten zur Aufnahme (sofern die verwendete Kamera dies unterstützt) gespeichert werden können. Für den professionellen Bereich wurde die DV-Technik um die Formate DVCAM und DVCPRO optimiert.

Dropouts

Ein typisches Problem von Videobändern das seit den Zeiten von S-VHS/Hi8 bekannt ist. Ursächlich hierfür ist das Herstellungsverfahren. Beim ME-Band wird gasförmiges Kobalt unter hohen Temperaturen auf eine Folie aufgedampft. Im zweiten Arbeitsschritt wird die Folie mit einer Schutzschicht überzogen und soll so die Trägerschicht vor Abrieb durch den Videokopf schützen. Was als Schutz für die Bänder soweit gut war, hinterlässt allerdings beim Abspiel- oder Aufnahmevorgang feine Dampfspuren im Bandlaufwerk.

MP-Bänder sind generell robuster als das Konsumerformat ME und sind somit für professionelle Anwendungen unabdingbar. Dennoch sind auch MP-Bänder nicht 100% rein. Ein sehr feiner Metallstaub bleibt zurück. Beide Verfahren für sich genommen stellen kein Problem dar - wer ausschließlich Bänder eines Typs und nach Möglichkeit vom gleichen Hersteller nutzt. Die Nutzung von beiden Typen im Mischbetrieb sollte vermieden werden. Andernfalls vermischen sich ME-Dampf und MP-Staub zu einem kaum wahrnehmbaren, schmierigen Film, der sowohl DV-Bänder wie auch Videoköpfe in Mitleidenschaft zieht.

Nun sind in allen DV-Geräten standardmäßig Fehlerkorrektur-Chips verbaut. Diese verteilen einen wesentlichen Teil der Dropouts weitflächig über das Bild, so das diese nicht, oder kaum noch wahrnehmbar sind. Was allerdings von der Industrie positiv gedacht war und für ein sauberes Signal sorgen sollte, kann im Fall des Mischbetriebs von ME und MP einen bösen Nebeneffekt haben: Der Anwender bemerkt die Bildfehler erst dann, wenn der Schmierfilm bereits einen erheblichen Abrieb hinterlassen hat. Im schlimmsten Fall hilft dann auch kein Reinigungsband mehr und das Gerät muss in eine Fachwerkstatt gegeben werden.

  • Verwenden Sie immer nur Bänder eines Typs - und nach Möglichkeit vom gleichen Hersteller.
  • Benutzen Sie regelmäßig ein hochwertiges Reinigungsband, reinigen Sie jedoch nicht zu häufig und vor allem nicht zu lange an einem Stück (alle 100 Kopfstunden, sollten Sie für ca. 8-10 Sek. eine Reinigung durchführen).
  • Überspielen Sie die Bänder nicht zu oft.
  • Eine regelmäßige Wartung in der Werkstatt, die Ihr Band-Laufwerk fachmännisch reinigen kann, sollte gerade im Profi-Bereich in Anspruch genommen werden.
DVCAM

Von Sony eingeführt und für den professionellen Bereich konzipierte Variante des DV-Formats. DVCAM unterscheidet sich von der Consumer-Variante durch die höhere Bandlaufgeschwindigkeit und synchronen Ton. Insbesondere die leidigen Dropouts die bei der Verwendung von nur DV oder miniDV auftreten können wurden bei DVCAM nahezu vollständig eliminiert. DVCAM wird daher als kostengünstiges Format, gerne und immer häufiger von Fernsehsendern eingesetzt.

DVCPRO

Profi-Format von Panasonic. Gegenüber DV arbeitet DVCPRO mit der doppelten Bandvorschubgeschwindigkeit für eine um 80% breitere Videospur als DV. Zudem verwendet DVCPRO dickeres und robusteres Bandmaterial (Typ MP, Metallpartikel), welches auch erlaubt, Längsspuren aufzunehmen. Während DV auf sogenannte Randspuren verzichtet, bietet DVCPRO gleich zwei davon: eine analoge Audiospur und eine CTL-Spur. Die Audio-Randspur kann bei der Aufnahme als dritte und zusätzliche Sicherheitsspur fungieren und ermöglicht so auch im Suchlauf einen verwertbaren Ton. Von der CTL-Spur erhoft sich Panasonic schnelle Servo-Synchronisierung sowie bildgenauen Schnitt auch bei extrem kurzen Preroll-Zeiten. Anders als DV arbeitet DVCPRO in der PAL-Version im 4:1:1 Signalformat. Dennoch bleibt DV zu DVCPRO kompatibel - eine DV-Kassette kann jederzeit in einem DVCPRO-Gerät wiedergegeben werden (aber nicht umgekehrt).

DVD

Digital Versatile Disc. Siehe DVD Varianten


E

Echtzeit

Bezeichnet die Möglichkeit einen Videofilm in einem NLE-Videoschnittprogramm in "Echtzeit" (Realtime), also ohne das lästige Rendering zu bearbeiten.

Edit Search

Eine Camcorder-Funktion die es bereits am Aufnahmeort ermöglicht überflüssige Filmszenen zu überspielen, in dem das Band an die gewünschte Position gespult und anschließend durch eine neue Aufnahme nahezu punktgenau ersetzt wird. Ein relativ mühseliges Unterfangen und eignet sich nur bedingt zum schneiden eines Videos.

Effekt

Effekte werden zur Veränderung des Videofilms oder nur einer Filmszene oder gar eines Einzelbildes herangezogen. Die meisten Softwareprogramme zur Videobearbeitung, wie z.B. Canopus EDIUS bieten eine Fülle von verschiedenen Effekten, die sich auf ein Video anwenden lassen können. Ein Effekt sollte nicht mit einer Überblendung verwechselt werden. Typische Effekte wären z.B. Farbkorrekturen, Weichzeichner, Chromakeyer, etc.

Einzelbild

siehe Frame

End Search

Ist eine Funktion des Camcorders, die das Auffinden der letzten Aufnahmesequenz ermöglicht, egal an welcher Position sich diese befindet - bei DV-Kassetten mit Speicher-Chip ist diese Funktion (neben anderen Informationen die gespeichert werden können) sogar dann gegeben, wenn die Kassette bereits ausgeworfen wurde. Allerdings bietet nicht jeder Camcorder diese zusätzliche Funktion (Speichern auf IC-Chip) an.

Exposure

Unter dieser Option verbirgt sich die Möglichkeit, einer manuellen Blenden- und Gain Steuerung. Durch die Steuerung mittels eines Reglers erfolgt die Umschaltung von geöffneter Blende zu Gain.


F

Fader

Siehe Abblende

Farbtemperatur

Mit dem Begriff "Farbtemperatur" wird die farbliche Darstellung auf einem Bildschirm gemessen. Als Bezug wird hier die Farbe Weiß genommen. Faustregel: Je höher die Farbtemperatur, desto bläulicher erscheint Weiß.

Die unterschiedlichen Farbtemperaturen werden i.d.R. in drei Hauptbereiche eingestuft:

  • Warm: Lichtfarben bis ca. 3300°K
  • Neutral: Lichtfarben bis ca. 5000°K
  • Tageslicht: Lichtfarben über 5000°K
Frame

Englische Bezeichnung für "Rahmen": Es handelt sich dabei um ein einzelnes Bild aus einer Videosequenz. Eine Sekunde PAL-Videomaterial enthält 25 Frames, bzw. beim NTSC-Format: 30 Frames.

Unterschieden wird noch nach I-Frames, P-Frames und B-Frames, welche jedoch eher im Bereich der MPEG-Komprimierung angesiedelt sind. Bei der Komprimierung werden in den Videodateien nicht immer alle 25 Bilder pro Sekunde vollständig abgespeichert - sondern beispielsweise nur 2 Frames (Bilder) pro Sekunde. Diese Bilder werden dann als I-Frames bezeichnet. Die Bilder zwischen den I-Frames werden wegen der gewünschten Kompression nach Möglichkeit nicht komplett abgelegt. Vielmehr wird die Information gespeichert (beispielsweise über MPEG) wie man diese aus Teilen von vor- und/oder nachfolgenden Bildern restaurieren kann. Dazu werden dann vorausschauende P-Frames (Predicted Frames) und B-Frames (Bi-directionale Bilder) verwendet.